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Karl Richter - Biografischer ├ťberblick

15.07.1904
Geboren in Berlin-Friedrichshain, Gr├╝ner Weg 37. Vater: Dachdecker; Mutter: Hausfrau. Es folgen eine Schwester und ein Bruder. Kindheit in Berlin-Prenzlauer Berg.
1910-1918
Besuch der Volksschule.
1917/18
Zur Erholung zu einer Bauernfamilie nach Ostpreu├čen verschickt.
9.10.1918-9.10.1922
Buchdruckerlehre; Besuch der Pflichtfortbildungssschule D 44 f├╝r Buchdrucker.
1.5.1920
Eintritt in den Verein Arbeiterjugend, dem Vorl├Ąufer der Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ).
1.10.1920
Beteiligt an der Gr├╝ndung der Lehrlingsabteilung des Verbandes der Deutschen Buchdrucker gegen den Willen der erwachsenen Gewerkschaftsfunktion├Ąre. Engagement in der Literaturgruppe des Vereins Arbeiterjugend und Mitglied des Vereins Volksb├╝hne.
1922
Tod des Vaters durch einen Arbeitsunfall. Trotz materieller Not k├Ânnen Karl Richter und sein Bruder Erich ihre Lehre zu Ende f├╝hren.
1920-1922
Gro├čes Engagement in der Arbeiterjugendgruppe, die lebensreformerischen und kultursozialistischen Idealen verpflichtet ist.
1923
Mit Walther G. Oschilewski, dem Jugend- und Lebensfreund auf der Walz von Berlin ├╝ber die Tschechoslowakei nach Wien und ├╝ber N├╝rnberg, wo sie den reichsweiten Arbeiterjugendtag besuchten, zur├╝ck nach Berlin. Karl Richter nimmt gro├čen Anteil an den antidemokratischen Angriffen auf die Republik und betrachtet mit Sorge die Schw├Ąche der demokratischen Kr├Ąfte. ├ťber die Inflation ist er "entsetzt, die letzten Habseligkeiten wurden versetzt".
1924
Mitglied der B├╝chergilde Gutenberg.
1923-1933
Berufliche Etablierung, Fortbildung zum Tiefdrucker und Maschinenf├╝hrer an einer Farben-Tiefdruck-Rotationsmaschine. Vorsitzender des Bezirks V. des Verbandes der Deutschen Buchdrucker in Berlin, gewerkschaftlicher Vertrauensmann, Betriebsratsmitglied, Funktionen in der SPD.
Seine geplante Entlassung 1933 scheitert am Protest der Kollegen. Mitglied der Eisernen Front und einer Gruppe der Hammerschaft.
1933-1939
Verdeckte Fortf├╝hrung der politischen und gewerkschaftlichen Kontakte.
15.4.1940
Einberufung zur Wehrmacht zu einem Baubataillon, einem "bunten Haufen unsicherer Kantonisten". Stra├čen-, Br├╝cken- und Stellungsbau w├Ąhrend der gesamten Kriegsjahre.
1945/46
Amerikanische, franz├Âsische und kurze sowjetische Kriegsgefangenschaft.
07.04.1946
Entlassung aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft in Brandenburg/Havel nach Berlin. Sofortige Kontaktaufnahme mit SPD und der Druckersparte im FDGB, Wahl zum Bezirksverordneten in Berlin-Neuk├Âlln.
Als Tiefdrucker bei der "T├Ąglichen Rundschau", der Zeitung der Sowjetischen Milit├Ąradministration (SMAD) t├Ątig, dort zum gewerkschaftlichen Vertrauensmann gew├Ąhlt. K├Ąmpft gegen die Einflussnahme der SED auf den FDGB. Karl Richter geh├Ârt zu den Wortf├╝hrern der Opposition im FDGB, die sich schlie├člich zur Unabh├Ąngigen Gewerkschafts-Organisation (UGO) konstituiert und sich dem DGB anschlie├čt. Aus politischen und Sicherheitsgr├╝nden verl├Ąsst er die "T├Ągliche Rundschau".
01.12.1947
Wahl und Anstellung als Betriebssekret├Ąr der SPD, Kreis Neuk├Âlln.
01.07.1948
Anstellung als Organisationssekret├Ąr der UGO, Kreis Neuk├Âlln. Mitbegr├╝nder der UGO in West-Berlin.
Zun├Ąchst kommissarischer, bald ordentlich gew├Ąhlter 2. Vorsitzender des Graphischen Industrieverbandes, dem Vorl├Ąufer der IG Druck und Papier im DGB.
01.12.1948
Anstellung als Gewerkschaftssekret├Ąr des Graphischen Industrieverbandes, Gau Berlin, in der UGO.
05.12.1948
Wahl in die Bezirksverordnetenversammlung Neuk├Âlln.
27.03.1949
Wahl zum 2. Landesvorsitzenden der IG Druck und Papier, Berlin.
14.10.1951-09.01.1952
Studienreise in die USA mithilfe des "Program for German Leaders". In den folgenden Jahren Studienreisen nach Schweden, in die T├╝rkei und nach Israel.
24.03.1957
Wahl zum 1. Landesbezirksvorsitzenden der IG Druck und Papier. Mitglied des Landesbezirksvorstands des DGB. Mitglied des Erweiterten Hauptvorstands und der Tarifkommission der IG Druck und Papier. Verantwortlich f├╝r die "Graphische Nachrichten", dem Mitteilungsblattes der IG Druck und Papier, Landesbezirk Berlin.
15.07.1969
Ruhestand

Ehrenamtliche T├Ątigkeit

1949-1.12.1970
Landesarbeitsrichter
1951-1974
Mitglied des Vorstands der Versicherungsanstalt Berlin (VAB), danach der AOK.
1952-1974
Mitglied der Vertreterversammlung des Bundesvorstands der Ortskrankenkassen (BDO). Mitglied des Pr├╝fungsausschusses der IHK f├╝r denAusbildungsberuf Tiefdrucker, Mitglied des Fachbeirats der Fachschule f├╝r das Graphische Gewerbe der Gutenberg-Oberschule.
1953-1964
Ehrenamtlicher Richter am Verwaltungsgericht, ab 1955 am Oberverwaltungsgericht, Landessozialrichter.
1950-1969
Beisitzer im Schiedsausschuss f├╝r Arbeitsstreitigkeiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern beim Senator f├╝r Arbeit und Sozialwesen.
ab 1969
Engagement bei der Seniorengruppe der IG Druck und Papier "Alte Barden-Runde (ABR)".
ab 1.4.1971
Mitgr├╝nder und f├╝r 15 Jahre 1. Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Senioren der SPD Berlin und Landesbeauftragter f├╝r das Referat Seniorenarbeit beim SPD-Parteivorstand, Vorsitzender des Seniorenrates des Bezirks Reinickendorf.

† 19.09.2005

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